TEXTUREN | Musik und Kunst aus der Kaserne Pirna

Streaming & Live Konzerte und Kunstinstallationen

 

In der Kaserne Pirna werden im Jahr 2021 vier Konzerte mit Alter und Neuer Musik veranstaltet. Dabei wird Bildende Kunst „erschaffen“. Die Konzerte und künstlerischen Performances werden via Internet übertragen, in einem neuen „Format“, das aus den Maßnahmen und Einschränkungen des Corona-Virus entspringt. Vier Konzerte und Installationen mit vier Farbthemen, eines in jeder Jahreszeit, ohne Publikum, und gleichzeitig mit dem größten Publikum, das man sich vorstellen kann. Vier Livestreams, die alle Interessierten ohne physische Einschränkung erreichen möchten.

 

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20.3.2021 ROT - TERPSICHORE, die Muse des Tanzes

Zum 400. Todestag und 450. Geburtstag Michael Praetorius

1612 publizierte Michael Praetorius seine einzige Sammlung, die ausschließlich der instrumentalen Musik, der „Instrumenta Musica“, gewidmet ist. Eine Sammlung mit mehr als 300 Tanzsätzen, die zu Recht den Namen der Muse des Tanzes trägt: Terpsichore. Mit dieser abwechslungsreichen, stimmungsvollen und festlichen Musik wollen wir zum großen Jubiläum des Komponisten unsere besondere Konzertreihe in der Kaserne Pirna beginnen.

Rot ist das festliche Farbthema dieses Konzerts.

 

„Leinen, Pigment, farbiges Licht, Flächen, Linien, Bewegung, Spur. Bühne, Moment, Instrument. Plural. Zusammen und Klang oder Gang?

Lauschen, übersetzen, ansetzen. Berührung? Als Sehnsucht. Distanz? Geregelt. In der Regel. Spiel.

Tief blicken und hoch heben. Dem Rot als Erscheinung und Klang Raum. Welchen Raum wieviel Rot. Bilder und Szenen. Versuche à tâtons… „

Karin Kopka Musch

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KONZERTSTREAM
20.3.2021 20 Uhr

Instrumenta Musica | Ercole Nisni

Karin Kopka-Musch

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GELB - WIEGENLIED VOM KRIEG

Bei jedem Krieg ist der größte Verlierer der Mensch, Opfer der Machtspiele von jenen, die vorgeben, die Fäden unserer Welt zu ziehen. Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg nach vierhundert Jahren bleibt besonders präsent, vor allem für die Brutalität  und deren Konsequenzen, die das einfache Volk erlitten hat. 

Die Musik, seit immer Spiegel der menschlichen Seele, war eine der wenigen friedensstiftenden Waffen, die der Mensch zur Verfügung hatte, um seine Klage zu veräußern, um sich und seine Kinder zu trösten, um einige Momente Sorglosigkeit, Freude und Liebe trotz der Gegebenheiten sich zu schenken: Volkslieder, kunstvoll komponierte Musik, Sammlungen von Liedern, Instrumentalmusik, so wie Gedichte wurden vom Dreißigjährigen Krieg inspiriert. 

Noch Anfang des 20. Jh. schrieb die deutsche Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch (1864 - 1947) das Gedicht „Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Krieg“; In seiner „Ninna nanna de la guerra“ (Wiegenlied vom Krieg), geschrieben 1914 zu Beginn des ersten Weltkriegs, verfasst der römische Dichter Trilussa (Carlo Alberto Salustri 1871 - 1950) mit wenigen Worten in einem Spagat von Trost und Ironie das Schicksal der Menschen, seit immer Opfer des Krieges.

Beide Gedichte wurden von Ercole Nisini vertont in zwei Kompositionen über bassi ostinati wie Passacaglia und Romanesca, die in der ersten Hälfte des 17. Jh. noch sehr populär waren.

Ein Konzertthema für eine Kaserne. Gelb… eine bedrohliche Farbe? Das ist das Farbthema dieses Konzerts.

„gelb mich“, so lautete einmal mein Titel. Da gehe ich weiter hinein. „gelb uns“ - Gelb – eine bedrohlich-aggressive - oder eine umstrahlende Wärme, die Schutzraum gibt. Gelb gegen Gelb. Ob Gelb obsiegt? Unterliegt? Oberfläche und Licht und Brechung. Aufbruch in Gelb. 

Den Bildraum zu öffnen – da waren schon Lucio Fontanas Schnittstellen. Hört Leinen sich an beim Zerreißen und wie wäre es mit der Musik?

Karin Kopka-Musch

KONZERTSTREAM Juni 2021

Heidi Maria Taubert

Instrumenta Musica | Ercole Nisni

Karin Kopka-Musch

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BLAU 
- L'HOMME ARMÉE 

Zum 500. Geburtstag Josquin Desprez

Noch ein Programm, das für eine Kaserne gemacht ist: L’Homme armée, der bewaffnete Mann, eine Chanson/Melodie/Cantus Firmus aus dem 15. Jahrhundert, die durch die Jahrhunderte viele Komponisten inspiriert hat. „Den Mann in Waffen muss man fürch- ten“ sagt der Text, über dessen Melodie unzählige Messen und andere Kompositionen geschaffen wurden. 

Unter anderem Johannes Ockeghem, Josquin Desprez, Johannes Tinctoris, Costanzo Festa, Francisco Guerrero sowie in Rom Giovanni Pierluigi da Palestrina und Giacomo Carissimi in den Zeitaltern der Renaissance und des Barock haben sogenannte „Paro- die-Messen“ L’Homme Armée komponiert.

Blau könnte die Farbe einer Uniform des bewaffneten Mannes sein.

„Was kann Blau schon dafür? Für all menschlich Gesehne? Die Blume. Sag mir, wo die Blumen...Darf es nicht einfach mal Blau sein? Wenn es nur selber wüsste, was Blau eigentlich ist oder was eigentlich Blau ist. Eine Blausause. Blaubrause. Keine Blaupause. Uniformität in Blau – ist sowas überhaupt unterhaupt, im Kopfe, vor Augen, intuitiv - also denn möglich?

Karin Kopka-Musch

KONZERTSTREAM Oktober 2021

Cappella Mariana Prag | Vojtech Semerad

Instrumenta Musica | Ercole Nisni

Karin Kopka-Musch

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© 2020 Instrumenta Musica | Ercole Nisini

Fotos ©  Björn Kadenbach und Sebastian Lay

Karin Kopka-Musch, Texturen © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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