Wiegenlied vom Krieg - GELB

Lieder zwischen Klag und Trost von Tarquinio Merula, Samuel Scheidt, Biagio Marini, Antonio Scandello, Arnold Schönberg, Gabriel Fauré, Ercole Nisini

Heidi Maria Taubert

Instrumenta Musica | Ercole Nisini

Bei jedem Krieg ist der größte Verlierer der Mensch, Opfer der Machtspiele von jenen, die vorgeben, die Fäden unserer Welt zu ziehen. Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg nach vierhundert Jahren bleibt besonders präsent, vor allem für die Brutalität  und deren Konsequenzen, die das einfache Volk erlitten hat. 

Die Musik, seit immer Spiegel der menschlichen Seele, war eine der wenigen friedensstiftenden Waffen, die der Mensch zur Verfügung hatte, um seine Klage zu veräußern, um sich und seine Kinder zu trösten, um einige Momente Sorglosigkeit, Freude und Liebe trotz der Gegebenheiten sich zu schenken: Volkslieder, kunstvoll komponierte Musik, Sammlungen von Liedern, Instrumentalmusik, so wie Gedichte wurden vom Dreißigjährigen Krieg inspiriert. 

Noch Anfang des 20. Jh. schrieb die deutsche Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch (1864 - 1947) das Gedicht „Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Krieg“; In seiner „Ninna nanna de la guerra“ (Wiegenlied vom Krieg), geschrieben 1914 zu Beginn des ersten Weltkriegs, verfasst der römische Dichter Trilussa (Carlo Alberto Salustri 1871 - 1950) mit wenigen Worten in einem Spagat von Trost und Ironie das Schicksal der Menschen, seit immer Opfer des Krieges.

Beide Gedichte wurden von Ercole Nisini vertont in zwei Kompositionen über bassi ostinati wie Passacaglia und Romanesca, die in der ersten Hälfte des 17. Jh. noch sehr populär waren.

Ein Konzertthema für eine Kaserne. Gelb… eine bedrohliche Farbe? Das ist das Farbthema dieses Konzerts.

„gelb mich“, so lautete einmal mein Titel. Da gehe ich weiter hinein. „gelb uns“ - Gelb – eine bedrohlich-aggressive - oder eine umstrahlende Wärme, die Schutzraum gibt. Gelb gegen Gelb. Ob Gelb obsiegt? Unterliegt? Oberfläche und Licht und Brechung. Aufbruch in Gelb. 

Den Bildraum zu öffnen – da waren schon Lucio Fontanas Schnittstellen. Hört Leinen sich an beim Zerreißen und wie wäre es mit der Musik?

Karin Kopka-Musch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit ihrer klaren, anmutigen und dennoch ausdrucksstarken Stimme widmet sich die Sopranistin HEIDI MARIA TAUBERT vorrangig der Musik der Renaissance und des Barock. Dabei ist ihr eine nah am Text orientierte und stilsichere Singweise wichtig.

 

Aufgewachsen in Dresden, erhielt sie ihre erste musikalische Ausbildung im Mädchenchor und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Es folgten Studien in Gesang und Alter Musik in Dresden und Leipzig, maßgeblich bei Marek Rzepka. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse bei Monika Mauch und Richard Wistreich sowie Ergänzungsstudien in den Fächern Musikwissenschaft und Chordirigieren.

 

Mittlerweile ist Heidi Maria Taubert gefragte Solistin, wird aber auch als Ensemblesängerin hoch geschätzt. Davon zeugen Einladungen zu Festivals wie Dresdner Musikfestspiele, Heinrich Schütz Musikfest, Händelfestspiele Halle, Bachtage Potsdam, Bachfest Leipzig, Festival Mitte Europa, Trigonale Klagenfurt, St. Wenzel Festival Ostrava und MITO SettembreMusica. Die Zusammenarbeit mit Ensembles wie amarcord, Lautten Compagney Berlin, Exxential Bach, Cappella Sagittariana Dresden, Instrumenta musica, Collegium Marianum Prag, Batzdorfer Hofkapelle, Johann Rosenmüller Ensemble, Arte dei suonatori und Dirigenten wie Wolfgang Katschner, Gregor Meyer, Jana Semerádová, Matthias Jung, Ludger Rémy (†), Matthias Grünert, Gotthold Schwarz, Roderich Kreile und Peter Kopp sowie ihre kirchenmusikalische Konzerttätigkeit mit verschiedenen Chören und Orchestern führen sie nunmehr durch ganz Deutschland und ins europäische Ausland.

 

Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentieren ihre künstlerische Arbeit. Mit ihrem Ensemble opella musica ist Heidi Maria Taubert zudem an der Einspielung der gesamten geistlichen Vokalmusik Johann Kuhnaus beteiligt.

www.heidimariataubert.de

Ercole Nisinis musikalische Welt kennt keine stilistischen Grenzen. Seine Faszination für die Musik der Renaissance, Barock und Klassik, für die Originalquellen der Musikgeschichte, fürs Theater nimmt er als Inspiration für die Umsetzung in musikalische Konzepte und Konzertprogramme, die die Sinne der modernen Zuhörer verwöhnen wollen. Diese Projekte werden verwirklicht dank seinem Ensemble INSTRUMENTA MUSICA mit hervorragenden und kreativen Musikern, sensiblen Künstlern und Schauspielern, Vokalensembles, seinen Instrumenten: der Tenor- und der Bass-Barockposaune, Notenpapier und dem Dirigierpult.

 Als Solist und Ensemble Leiter war Ercole Nisini zu sehen und zu hören u.a. in der Frauenkirche Dresden, Brandenburgische Sommerkonzerte, Tage Alter Musik Regensburg, Skalholt summer Concerts (Island), H. Schütz Musikfest, Tabor’s Triptyk (Tschechien), WDR Funkhauskonzerte, Fortepianarum Katowitz (Polen), Klosterstiftung Michaelstein, Varazdin baroque evenings (Croatia), Batzdorfer Pfingstfestspiele. Seit 2008 wurden 9 CDs durch die Labels RAMÉE, Querstand, Christophorus, Carus, und SONY veröffentlicht.

​Nach seinem Diplom als professore d‘orchestra am Conservatorio di S. Cecilia in Rom hat Ercole Nisini 2001 ein Künstlerisches Aufbaustudium für Klassische Posaune an der Musikhochschule Trossingen unter Prof. Abbie Conant mit Auszeichnung abgeschlossen, so wie 2006 ein Aufbaustudium für Historische Aufführungspraxis auch mit Auszeichnung an demselben Institut unter Wim Becu. 1999 war er einer der 20 ausgewählten aktiven Teilnehmer des Alessi Seminar in New York (Joseph Alessi Soloposaunist NY Phil.). Regelmässige Unterrichte in England und Italien mit Denis Wick (ehemalige Soloposaunist der London Symphony Orchestra) haben seine Studienlaufbahn geprägt. Ercole hat u.a. mit dem Orchestra Sinfonica nazionale della RAI, Orchestra del Teatro Regio (Torino) und der Süddeutschen Philharmonie Konstanz gespielt. In der Konzertsaison 2001 war Ercole zweiter Posaunist stellvertretender erster Posaunist bei dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi unter dem Dirigat von Riccardo Chailly.

​Seit 2007 widmet sich Ercole der Aufführung mit historischen Instrumenten. Konzerte, CD Aufnahmen, Rundfunkmitschnitte mit Orchestern und Ensembles wie La Petite Bande, Orchestre des Champs Elysées, Hannoversche Hofkapelle, L’Arpa festante, L’Orfeo Barockorchester, Cappella Leopoldina Graz, Capriccio Stravagente, Musica Fiata, Capella de la Torre, Musica Antiqua Austria, Marini Consort Innsbruck, Weser Renaissance Bremen, Cappella Sagittariana, United Continuo Ensemble, Il Girardino Armonico haben bis jetzt seine Erfahrungen bereichert.

Die Discographie von Ercole Nisini als Ensemble Leiter und Solist wächst seit 2008 regelmässig. Sein jüngstes Projekt möchte die Posaune als Soloinstrument durch die Musikepochen der Renaissance, Barock, Klassik und Romantik vorstellen, mit einem Zyklus von vier CD Aufnahmen beim Label Querstand. Das Erscheinen jeder CD wird von der Herausgabe einer Posaunenedition bei der Verlagsgruppe Kamprad mit dem Notenmaterial des eingespielten Repertoires begleitet.

www.ercolesmusic.work

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