PASSACAGLIE D'AMORE

Alte und neue Lieder von Liebe und Leben

Heidi Maria Taubert

Instrumenta Musica

Ercole Nisini

„Passacaglie d’amore“ ist der Titel der neuen CD und des gleichnamigen Konzertprogramms der Sopranistin Heidi Maria Taubert und des Frühbarockensembles Instrumenta Musica unter Leitung des Posaunisten Ercole Nisini.

 

Die Liebe – ihre Schmerzen und Freuden, aber auch ihre unterschiedlichsten Ausprägungen, gegründet auf ein glückliches oder grausames Schicksal – ist der erzählerische Grund dieses Programmes, das Musik von Tarquinio Merula, Biagio Marini, Girolamo Frescobaldi, Claudio Monteverdi, Johann Philipp Krieger und Barbara Strozzi vereint. Alle Stücke wurden über Ostinati des 16. und 17. Jahrhunderts, also über ständig wiederkehrende Bassmotive, komponiert – vor allem als Passacaglien und Ciacconas. 

Wie ein Leitmotiv führt eine bekannte Melodie durch das Programm. In Italien kennt man sie als „La Monica“, in Frankreich als „Une jeune fillette“. Die Melodie entstand vor über fünfhundert Jahren in Italien und erzählte zunächst als Volkslied von den Leiden eines Mädchens, das gegen seinen Willen Nonne werden soll. Später „wanderte“ sie in vielen Formen mit unterschiedlichen Texten durch Europa und wurde sogar in ein Kirchenlied mit dem Text „Von Gott will ich nicht lassen“ verwandelt. Auch bekannten Komponisten wie Frescobaldi und Marini diente sie als Inspiration für eigene Werke.

In verschiedenen instrumentalen Variationen leitet diese Melodie den Hörer durch das Programm, in dem die die kristallklare und inspirierende Stimme der Sopranistin Heidi Maria Taubert die Hauptrolle übernimmt. Ihr Timbre fügt sich perfekt in die sonore Klangfülle des Instrumentalensembles. Die Besetzung der Instrumenta Musica mit Hackbrett, Violine, Viola da braccio, Posaune, Harfe, Orgel, Cembalo und historischem Schlagwerk vereint die gesangliche Melodiösität der Streichinstrumente und Posaune mit Perkussivität und den himmlisch-harmonischen Klängen von Psalter und Harfe.

 

Heidi Maria Taubert und Ercole Nisini erscheinen nicht nur als Interpreten, sondern haben auch eigene Kompositionen zum Programm beigesteuert, die die Gestalt der Passacaglia aufgreifen. Sie übertragen damit eine uralte musikalische Form ins Hier und Jetzt und zeigen, dass die Liebe selbstverständlich ein immer aktuelles Thema ist und durchaus auch überirdische, spirituelle Form annehmen kann.

 

Ein Programm, das sowohl musikalisch als auch durch die Tiefe und Intensität seiner Texte überzeugt.

Mit ihrer klaren, anmutigen und dennoch ausdrucksstarken Stimme widmet sich die Sopranistin HEIDI MARIA TAUBERT vorrangig der Musik der Renaissance und des Barock. Dabei ist ihr eine nah am Text orientierte und stilsichere Singweise wichtig.

 

Aufgewachsen in Dresden, erhielt sie ihre erste musikalische Ausbildung im Mädchenchor und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Es folgten Studien in Gesang und Alter Musik in Dresden und Leipzig, maßgeblich bei Marek Rzepka. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse bei Monika Mauch und Richard Wistreich sowie Ergänzungsstudien in den Fächern Musikwissenschaft und Chordirigieren.

 

Mittlerweile ist Heidi Maria Taubert gefragte Solistin, wird aber auch als Ensemblesängerin hoch geschätzt. Davon zeugen Einladungen zu Festivals wie Dresdner Musikfestspiele, Heinrich Schütz Musikfest, Händelfestspiele Halle, Bachtage Potsdam, Bachfest Leipzig, Festival Mitte Europa, Trigonale Klagenfurt, St. Wenzel Festival Ostrava und MITO SettembreMusica. Die Zusammenarbeit mit Ensembles wie amarcord, Lautten Compagney Berlin, Exxential Bach, Cappella Sagittariana Dresden, Instrumenta musica, Collegium Marianum Prag, Batzdorfer Hofkapelle, Johann Rosenmüller Ensemble, Arte dei suonatori und Dirigenten wie Wolfgang Katschner, Gregor Meyer, Jana Semerádová, Matthias Jung, Ludger Rémy (†), Matthias Grünert, Gotthold Schwarz, Roderich Kreile und Peter Kopp sowie ihre kirchenmusikalische Konzerttätigkeit mit verschiedenen Chören und Orchestern führen sie nunmehr durch ganz Deutschland und ins europäische Ausland.

 

Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentieren ihre künstlerische Arbeit. Mit ihrem Ensemble opella musica ist Heidi Maria Taubert zudem an der Einspielung der gesamten geistlichen Vokalmusik Johann Kuhnaus beteiligt.

www.heidimariataubert.de

Ercole Nisinis musikalische Welt kennt keine stilistischen Grenzen. Seine Faszination für die Musik der Renaissance, Barock und Klassik, für die Originalquellen der Musikgeschichte, fürs Theater nimmt er als Inspiration für die Umsetzung in musikalische Konzepte und Konzertprogramme, die die Sinne der modernen Zuhörer verwöhnen wollen. Diese Projekte werden verwirklicht dank seinem Ensemble INSTRUMENTA MUSICA mit hervorragenden und kreativen Musikern, sensiblen Künstlern und Schauspielern, Vokalensembles, seinen Instrumenten: der Tenor- und der Bass-Barockposaune, Notenpapier und dem Dirigierpult.

 Als Solist und Ensemble Leiter war Ercole Nisini zu sehen und zu hören u.a. in der Frauenkirche Dresden, Brandenburgische Sommerkonzerte, Tage Alter Musik Regensburg, Skalholt summer Concerts (Island), H. Schütz Musikfest, Tabor’s Triptyk (Tschechien), WDR Funkhauskonzerte, Fortepianarum Katowitz (Polen), Klosterstiftung Michaelstein, Varazdin baroque evenings (Croatia), Batzdorfer Pfingstfestspiele. Seit 2008 wurden 9 CDs durch die Labels RAMÉE, Querstand, Christophorus, Carus, und SONY veröffentlicht.

​Nach seinem Diplom als professore d‘orchestra am Conservatorio di S. Cecilia in Rom hat Ercole Nisini 2001 ein Künstlerisches Aufbaustudium für Klassische Posaune an der Musikhochschule Trossingen unter Prof. Abbie Conant mit Auszeichnung abgeschlossen, so wie 2006 ein Aufbaustudium für Historische Aufführungspraxis auch mit Auszeichnung an demselben Institut unter Wim Becu. 1999 war er einer der 20 ausgewählten aktiven Teilnehmer des Alessi Seminar in New York (Joseph Alessi Soloposaunist NY Phil.). Regelmässige Unterrichte in England und Italien mit Denis Wick (ehemalige Soloposaunist der London Symphony Orchestra) haben seine Studienlaufbahn geprägt. Ercole hat u.a. mit dem Orchestra Sinfonica nazionale della RAI, Orchestra del Teatro Regio (Torino) und der Süddeutschen Philharmonie Konstanz gespielt. In der Konzertsaison 2001 war Ercole zweiter Posaunist stellvertretender erster Posaunist bei dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi unter dem Dirigat von Riccardo Chailly.

​Seit 2007 widmet sich Ercole der Aufführung mit historischen Instrumenten. Konzerte, CD Aufnahmen, Rundfunkmitschnitte mit Orchestern und Ensembles wie La Petite Bande, Orchestre des Champs Elysées, Hannoversche Hofkapelle, L’Arpa festante, L’Orfeo Barockorchester, Cappella Leopoldina Graz, Capriccio Stravagente, Musica Fiata, Capella de la Torre, Musica Antiqua Austria, Marini Consort Innsbruck, Weser Renaissance Bremen, Cappella Sagittariana, United Continuo Ensemble, Il Girardino Armonico haben bis jetzt seine Erfahrungen bereichert.

Die Discographie von Ercole Nisini als Ensemble Leiter und Solist wächst seit 2008 regelmässig. Sein jüngstes Projekt möchte die Posaune als Soloinstrument durch die Musikepochen der Renaissance, Barock, Klassik und Romantik vorstellen, mit einem Zyklus von vier CD Aufnahmen beim Label Querstand. Das Erscheinen jeder CD wird von der Herausgabe einer Posaunenedition bei der Verlagsgruppe Kamprad mit dem Notenmaterial des eingespielten Repertoires begleitet.

www.ercolesmusic.work

© 2020 Instrumenta Musica | Ercole Nisini

Fotos ©  Björn Kadenbach und Sebastian Lay

Karin Kopka-Musch, Texturen © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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